Ernährung des Kindes (1-3 Jahre)

Gemeinsame Mahlzeiten sind für Kinder Dreh- und Angelpunkt der Ess-Erziehung. Rücksicht nehmen, teilen, aufeinander warten– situationsbezogen lernen Kinder soziales Verhalten besonders gut. Und Tischmanieren gucken sich Kinder von den Eltern ab.


Ihr Baby wird zum Kleinkind

Die Kinder machen in dem Alter von 1 bis 3 Jahren eine unterschiedliche Entwicklung durch. Bei manchen Kindern sind noch nicht alle Schneidezähne da und sie mümmeln noch mit 13 Monaten ihren Babybrei. Andere Kinder können in diesem Alter schon laufen. Der Drang zum Experimentieren und Mitmachen wird immer größer. Die kleinen Finger werden geschickter und die Koordination klappt immer besser. Kauen klappt erst wenn die Backenzähne da sind. Solange Kinder noch keine Backenzähne haben, können Sie die Nahrung nur mit den Kieferleisten kauen. Das ist bei den meisten Lebensmitteln auch gar kein Problem, außer bei harten Hüllen und Schalen. Besser Tomaten, Erbsen, Paprika in Stücke schneiden oder zerdrücken. Harte Rohkost wie Karotten besser erst dann, wenn die Kleinen kauen können, damit sie sich nicht verschlucken. Vorsicht gilt auch für Johannisbeeren, Himbeeren, die Kerne enthalten oder Nüsse, Saaten, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, die schnell in die Luftröhre entwischen können. Hülsenfrüchte und Kohl können zu Blähungen führen. Vorsicht auch bei fettem Fleisch, Wurst, in Fett Gebratenes, scharfen Gerichten und sehr salzigen Nahrungsmitteln.

Der Magen-Darm-Trakt ist noch lange nicht so robust wie bei großen Kindern. Backenzähne kommen frühestens erst im Laufe des 2. Lebensjahres. Erst dann kann gekaut werden. Trockene Brotstückchen, ohne Kruste, Apfelspalten mit Schale zum Kauen stimulieren den Zahndurchbruch, der 1-2 Tage dauern kann.


Jedes Kind is(s)t anders... Jeder Tag ist anders

Verzehrmengen können stark schwanken und Kinder dürfen selbst entscheiden, wie viel sie essen wollen.

Der Energiebedarf und damit die Mengen der benötigten Lebensmittel können von Kind zu Kind stark schwanken. Dies hängt sowohl von der Größe des Kindes als auch von seiner Bewegung ab.

Wenn ein Tag einmal nicht so optimal war, lässt sich das am nächsten Tag oder im Laufe der Woche ausgleichen. Wichtig ist, dass die Empfehlungen im Wochendurchschnitt erreicht werden. Häufig sind einfach „die Augen größer als der Mund“. Für Kinder ist es noch schwer, vorher abzuschätzen, wie viel sie essen können. Das fällt manchen Erwachsenen ja schon nicht leicht. Kinder hören aber in der Regel auf zu essen, wenn sie satt sind. Der normale Hunger-Sättigungs-Mechanismus funktioniert bei Kindern noch. Deshalb sollten Sie Kinder nicht dazu zwingen, über ihren Hunger und Appetit hinaus zu essen, so können Kinder lernen auf ihr Sättigungsgefühl zu hören und damit das Gefühl für Portionen zu bekommen. Vereinbaren Sie zunächst nur kleine Mengen, es darf aber jederzeit nachgenommen werden.


Was kann ich zur gesunden Ernährung beachten?

Achten Sie auf frische Lebensmittel nach Saison und Region. Beginnen Sie die Mahlzeiten mit Salat oder Rohkost. Dadurch werden die Vitamine und Mineralstoffe besser aufgenommen. Eine Hauptmahlzeit besteht v. a. aus Gemüse, Kartoffeln, Reis oder Getreide. Der Fleischanteil ist eher Beilage. Sie können den Fleischanteil langsam reduzieren, indem Sie z. B. anstatt der Erbsensuppe mit Würstchen mal eine Minestrone mit Käse verzehren. Ersetzen Sie öfters Weißmehl durch Vollkorn (Bratlinge, Suppen, Vollkorn-Pfannkuchen). Gehen Sie mit Paniertem, fette Saucen und Mayonnaisen sparsam um. Vergessen Sie bei allem nicht das Trinken! Essen Sie gemeinsam als Familie mind. 1 mal am Tag.


Dürfen Kinder vegetarisch essen?

Eine vegetarische Ernährung ist für Kinder überhaupt kein Problem, solange einige Besonderheiten beachtet werden. Schließlich geht es nicht darum, einfach nur Fleisch und Fisch wegzulassen. Kombinieren Sie ihre Nahrung vollwertig und sorgfältig, so dass sie Ihnen und der ganzen Familie mit besten Gewissen richtig gut und lecker schmeckt! Wenn Sie kein Fleisch und Fisch wählen, sollten dafür aber Vollkornprodukte, Milch/-produkte, Eier, Käse reichlich verzehrt werden.

Abwechslung bieten Mehle aus Hafer, Hirse, Hülsenfrüchte. Am besten trinkt man dann ein Glas Vitamnin-C-reichen Saft dazu, damit die Eisenverfügbarkeit für den Körper gesteigert wird. Mit Kalziumangereicherte Sojamilch/-produkten erleichtern die Kalziumversorgung.


Sollte es jeden Tag eine warme Mahlzeit geben?

Der Speiseplan wird dadurch automatisch abwechslungsreicher. Kartoffeln, Reis, Fleisch, Fisch und Eier müssen gegart werden. Kochen muss gar nicht lange dauern! Kombinieren Sie z. B. tiefgefrorenes Gemüse oder Fertiggerichte mit Salat oder frisch gepressten Orangensaft.


Mein Kind mag kein Gemüse!

Ein typischer Fall, der sehr vielen Eltern bekannt ist. Hier sind Ihre Verführungskünste gefragt! Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und bieten Sie Lieblingsgemüsesorten immer wieder an. Mischen Sie neue Sorten mit Altbewährtem. Probieren Sie gleichzeitig neue Sorten. Gemüse kann auch roh schmecken. Alternativ sorgen mehr Obst, Gemüsesaft, Kartoffeln und Vollkornreis für Ausgleich. Gemüse verstecken: neue Gemüsesorten mit der Lieblingssoße übergießen. Pürieren oder raspeln Sie unbeliebte Sorten zu Suppen, Pizza, Nudelsoße oder Aufläufe. Bieten Sie "Finger Food" an: Paprika, Kohlrabi & Co in Streifen schneiden.


Wie erziehe ich mein Kind sich gesund zu ernähren?

Nutzen Sie die Neugier von Kindern. Kindern, denen von Anfang ein vernünftiger zwangloser Umgang mit leckerem, gesunden Essen gezeigt wird, fällt es viel leichter, diese Essmuster auch später beizubehalten. Von Kindheit an geübte schlechte Gewohnheiten werden dagegen im Erwachsenenalter meist nur noch schwer abgelegt.

Aber nicht nur die Kinder müssen motiviert werden, gesund zu essen und sich zu bewegen. Wir Erwachsene müssen selbst lernen, ihnen dies zu vermitteln. Schließlich tragen wir eine Vorbildfunktion. Kinder können nahezu alles lieben lernen, mit Geschmack und Genuss zu essen, und Freude an der Bewegung zu haben. Positive Körpergefühle verbunden mit Essen, Trinken und Bewegen und die Einbindung der Sinnesfähigkeiten sind nötig, damit sich Kinder in einer Welt des Überflusses zurechtfinden können.

Kinder dürfen wissen und sinnlich erleben, dass Kartoffeln nicht als Pommes Frites auf die Welt kommen, Spinat nicht viereckig ist und frischer Apfel aus der Region kommt.


Schmecken, Riechen, Hören, Schlucken, Beißen, Fühlen

Ernährung soll Abwechslung bieten, Spaß machen, lebhaft und bunt sein, Spiele erlauben, den Bedarf an Nährstoffen decken und dabei vor allem Schmecken. Sie soll außerdem Gesundheit erhalten, die Entwicklung fördern und Krankheiten vorbeugen.


Wie schmeckt die Mahlzeit die wir gerade essen?

Was schmeckt süß, sauer, salzig, bitter oder würzig?

Kinder erobern ihre Welt empfindsamer als wir es uns vorstellen können. Sie finden es furchtbar interessant, wenn Nahrung knackt, zischt, bizzelt, bröselt, spritzt, sprudelt. Brot und Flocken können pur süßlich schmecken, wenn sie lange gekaut werden. Ein lustiges Brotgesicht oder kleine Fantasietierchen aus Gemüse bringen Kindern Spaß beim Essen. Der Bittergeschmack entwickelt sich erst viel später. Das Mundgefühl ist wichtig. Was fühlt sich zart, cremig und spritzend an?

Was höre ich?

Cornflakes krachen beim Kauen, Karotten knacken, Paprika und Äpfel spritzen und erfrischen. Kohlensäurehaltige Getränke zischen beim Öffnen, Apfelsaft und Wasser werden sprudlig gemacht. Kinder begreifen durch ihre Hände und ihr Tun. Sie erlernen dabei Fertigkeiten, die Sinne werden angesprochen und diese Eindrücke verbleiben als Erinnerung. Wissen wird auf dem Bauernhof vermittelt, im Wald beim Sammeln von Nüssen oder Beeren oder beim Maisfelder besuchen. Fingerfood ist super für die Kleinen. Nudeln dürfen angefasst werden, Malen auf dem Marmeladenbrot ist erlaubt. Von der Nahrungsaufnahme ablenkendes Kaspern sollte jedoch durch Grenzen aufzeigen unterbrochen werden.

Gemeinsame Mahlzeiten sind lehrreich.


Wie wähle ich die Lebensmittel aus?

Durch die Begriffe „reichlich“ (grün), „mäßig“ (gelb) und „sparsam“ (rot) gibt die Ernährungspyramide eine gute Orientierung über Essensmengen, die durch das Ampelsystem (grün, gelb, rot) anschaulich dargestellt werden:

Dabei ist es so wie bei uns im Straßenverkehr - Grün hat Vorfahrt bei der Lebensmittelauswahl:

Reichlich (grün) pflanzliche Lebensmittel und Getränke zum Sattessen und Durst löschen:
Die Basis bilden Getränke. Es folgen an zweiter und dritter Stelle die pflanzlichen Lebensmittel, also Gemüse und Obst sowie Getreideprodukte, die häufig und reichlich verzehrt werden sollen.

Mäßiger (gelb) Umgang mit tierischen Lebensmitteln:
Tierische Lebensmittel – Milch, Milchprodukte sowie Fisch, Fleisch, Wurstwaren und Eier – sind an vierter Stelle platziert. Sie sollten maßvoll genossen werden.

Sparsamer (rot) Umgang mit fettreichen Lebensmitteln und Süßwaren zum Genießen und Verfeinern:
Sparsamkeit ist angesagt bei Ölen und Fetten in Ebene fünf sowie Süßigkeiten und Snacks in der Pyramidenspitze.
Alle Lebensmittelgruppen sind in Bausteine zerlegt. Jeder Baustein steht für eine Portion dieser Lebensmittelgruppe. Und jeder Ebene der Pyramide ist eine Portionszahl zugeordnet, die von der Basis zur Pyramidenspitze mit dem leicht zu merkenden 6-5-4-3-2-1-Countdown abgezählt werden. Los geht es auf der unteren Getränkeebene mit 6 Portionen und endet mit 1 Portion Extras in der Pyramidenspitze. 6+5+4+3(+1)+2+1 ergibt 22 Lebensmittelportionen, aus denen sich jeder seinen täglichen Speiseplan kombinieren kann. Neben den drei Milchbausteinen gibt es „+1“ für die tägliche Portion Fleisch, Wurst, Fisch oder Ei.


Wieviel oder wie wenig ist denn „reichlich“, „mäßig“, „sparsam“?


» 1 Portion Süßes, Kekse, salzige Knabbereien, mit Zucker gesüßte Getränke

» 2 Portionen Fette und Öle (Koch- und Streichfett)

» 3 Portionen Milch und Milchprodukte + 1 P Fleisch, Wurst, Fisch oder Ei

» 4 Portionen Obst, Gemüse, Salat und Rohkost

» 5 Portionen Brot und Beilagen, wie Pell-/Ofenkartoffeln, Nudeln oder Reis und Getreide/-flocken im Müsli

» 6 Portionen Getränke, mindestens 1 Portion zu jeder Mahlzeit und auch zwischendurch


Ernährungsempfehlungen in die Hand genommen

Für die Portionsgröße gibt es eine ganz einfache Messhilfe - die eigene Hand. So wie die Hände mit zunehmendem Alter der Kinder wachsen, so vergrößern sich auch die Portionen. Grammgenaue Angaben für Portionen suggerieren eine vermeintliche Sicherheit, haben sich im Alltag aber nicht bewährt. Das große Plus für die Hand: Sie ist immer dabei, wenn’s ums Essen geht. Sie ist individuell, wächst mit und berücksichtigt somit den unterschiedlichen Bedarf eines Menschen je nach Alter und Geschlecht.

Kleine Kinder, die weniger Nahrung brauchen, haben kleinere Hände, größere Kinder die größeren Hände und den größeren Appetit. Ebenso haben Frauen meist kleinere Hände als Männer, sie essen auch meist die kleineren Portionen.

» 1 Portion Brot (1 Brotscheibe) entspricht der gesamten Handfläche mit ausgestreckten Fingern

» 1 Glas passt in 1 Hand

» 1 Hand voll ist das Maß für großstückiges Gemüse und Obst (z. B. Kohlrabi, Apfel oder Orange)

» 1 Glas Milch passt in 1 Hand, 1 Portion Joghurt ist Faustgroß

» 1 Fleischportion ist etwa so groß wie der Handteller

» 1 Fischportion kann so groß sein wie die Handfläche

» 1 Portion Fett wird in Esslöffeln gemessen.

Die Portionsgröße richtet sich nach dem Alter. Süßigkeiten und Knabbereien haben Platz in 1 Hand.


Wieviel Mahlzeiten braucht mein Kind pro Tag?

Für Kinder sind aufgrund ihres Wachstums aber des vergleichsweise kleinen Magens fünf Mahlzeiten am Tag optimal, also drei Hauptmahlzeiten wie Frühstück (kalt), Mittagessen(warm) und Abendbrot (kalt) und zwei kleinere Zwischenmahlzeiten, z. B. ein zweites Frühstück bzw. Brot für unterwegs und einen Imbiss am Nachmittag. Damit werden sie den ganzen Tag über gleichmäßig mit Nährstoffen und Energie versorgt. Zu jeder Mahlzeit sollte stets 1 Getränk gereicht werden. Zu den Hauptmahlzeiten gehört immer eine sättigende Beilage.


Beispiele für die Gestaltung eines Frühstücks

Das erste Frühstück zu Hause:

Ideale Frühstückskomponenten sind Vollkorngetreideprodukte, Milchprodukte, Obst oder Gemüse. Daraus lässt sich auch für Frühstücksmuffel ein leckeres Brotfrühstück oder ein Müsli zubereiten. Süße Brotaufstriche auf einem Vollkornbrot sind nicht verboten, aber danach unbedingt die Zähne putzen.

Das zweite Frühstück zu Hause oder unterwegs:

Um den ganzen Vormittag über fit und munter zu bleiben, darf das zweite Frühstück nicht fehlen. Dabei gilt: Je kleiner das erste Frühstück, desto größer muss das zweite ausfallen. Wenn der Gaumen Ihres Kind beim ersten Frühstück eher auf süß eingestellt ist, sollte es zum zweiten Frühstück etwas Herzhaftes sein.

Das Mittagessen:

Ein warmes und abwechslungsreiches Mittagessen ist für Kinder optimal. Es sollte aus Salat, Gemüse, Kartoffeln, Getreideprodukten, Obst und Milchprodukten bestehen. An drei Tagen gibt es eine kleine Fleischportion und an ein bis zwei Tagen eine Fischmahlzeit. Wenn mittags die Küche kalt bleibt, sollte die warme Mahlzeit auf den Abend verlegt werden.

Zwischenmahlzeit am Nachmittag:

Eine kleine Mahlzeit zwischen Mittagessen und Abendbrot. Z. B. frisches Obst, Vollkornkräcker mit Quark und Marmelade oder Jogurt mit frischen Beerenfrüchten.

Abendessen:

Das Abendessen, ob kalt oder warm, sollte leicht verdaulich sein und nicht zu spät gegessen werden. Nutzen Sie die letzte Mahlzeit des Tages, um den Speiseplan auszugleichen oder zu ergänzen. Falls Ihr Kind mittags in der Kita speist, erkundigen Sie sich danach, was und wie viel es gegeben hat. Passen Sie entsprechend das Abendessen an, damit Ihr Kind ausgewogen und nicht zuviel isst.


An das Trinken denken

Der Körper eines Säuglings besteht zu 70 % aus Wasser. So ist es kein Wunder, dass Wasser zu den wichtigsten Lebensmitteln zählt. Während der Körper mehrere Wochen ganz ohne feste Nahrung auskommt, könnten wir nur 2 bis 4 Tage ohne Wasser überleben. Je jünger ein Kind ist, desto wichtiger ist ausreichendes Trinken.

Getränke sind wichtig um den Wasserbedarf zu decken. Ein guter Durstlöscher hat keine oder wenig Kalorien, denn andernfalls müssten wir uns im Essen einschränken, wenn wir viel Durst haben. Als Durstlöscher geeignet sind Mineralwässer. Für mehr geschmackliche Abwechslung kann man auch ein paar Spritzer frische Orange oder Pfefferminzblätter dazu geben. Ungesüßte Früchte- oder Kräutertees sind ebenfalls sehr gut geeignet. Verdünnen Sie Fruchtsäfte mit der doppelten Menge Mineralwasser (1:2), dann sind sie süß und löschen den Durst besser. Geeignet ist u. a. auch ungesüßte Molke. Wechseln Sie zwischen den Getränken ab – so bleibt die Lust aufs Trinken erhalten

Das Trinken nicht vergessen

Kinder lassen sich leicht ablenken und vergessen beim Spielen schnell das Trinken. Sie brauchen jedoch viel Wasser. Bieten Sie zu jeder Mahlzeit Getränke an. Erinnern Sie Kind immer wieder zwischendurch ans Trinken. Legen Sie bei gemeinsamen Ausflügen und beim Sport Trinkpausen ein. Kinder wollen Freiheiten, auch beim Trinken. Das geht am besten, wenn jedes Kind für unterwegs, im Kindergarten und in der Schule seine eigene Trinkflasche hat, aus der es trinken kann, wann immer es möchte. Bieten Sie Ihrem Kind die oben erwähnten gesunden Durstlöscher zur Auswahl an.

Fruchtsäfte

Große Mengen unverdünnter Fruchtsäfte sind wegen ihres Energiegehaltes ungünstig.

Fruchtsaftgetränke und Fruchtnektare

Dies sind mit Wasser verdünnte Fruchtsäfte, denen Zucker zugesetzt wurde, also für das Durstlöschen eher ungeeignet.

Limonade & Co

Abgesehen davon, dass diese Getränke viel Kohlensäure enthalten und allein schon deswegen nicht bekömmlich für Kinder in diesem Alter sind, sind sie zusätzlich auch wegen ihres hohen Zuckeranteils (und Energiegehaltes) keine guten Durstlöscher. Sie sind wie Süßigkeiten zu behandeln. Vorsicht bei Colagetränken und Eistees, sie enthalten Koffein und sind für Kinder nicht geeignet.


Milch – kein Durstlöscher

Milch enthält eine Fülle wertvoller Inhaltsstoffe wie Eiweiß, Kohlenhydrate, Fett, Vitamine und Mineralstoffe. Jedoch auch eine Menge Energie. Milch ist ein wichtiges, nährstoffreiches Lebensmittel, aber zum Durstlöschen ungeeignet. Deshalb ist es gut, zum Frühstück zusätzlich zur Milch ein Glas Wasser anzubieten. Damit kann der Durst gelöscht werden.

Wie decke ich den Kalziumbedarf?

Milch und Milchprodukte Liefern ausreichend Kalzium für den Knochenaufbau. Naturjoghurt mit frischen Früchten ist besser als fertiger Joghurt mit Fruchtzubereitung. Kinder-Jogurt und die meisten speziellen Kindermilchprodukte mit einem hohen Zucker- (auch Traubenzucker) und /oder Fettanteil sind nicht empfehlenswert und damit den Süßigkeiten zuzuordnen.

Der Bedarf im 2. Lebensjahr liegt bei 330g oder ml pro Tag - 1 Tasse Milch und 1 Joghurt und 1 kleine Scheibe Käse (20g) und 1 Portion Brokkoli.

Weitere Kalziumquellen: kalziumreiches Mineralwasser (> 150 mg / 100 ml) Fruchtsaft plus Kalzium, einige Gemüsesorten: Grünkohl, Spinat, Fenchel, Mangold, Kohlrabi, Lauch, Brokkoli.

Ist H-Milch für Kinder geeignet?

H-Milch ist für Kinder geeignet. Sie enthält etwas weniger Nährstoffe (Vitamine) als pasteurisierte Milch. Der Kalziumgehalt ist unverändert. Sie ist keimfrei und dadurch länger haltbar. Ungeöffnet kann sie bei Zimmertemperatur ca. 3 Monate gelagert werden. Sie schmeckt aber nicht so frisch.

Mein Kind mag seine Milch nicht „pur“

Über Milchprodukte lässt sich der tägliche Kalziumbedarf sehr leicht decken. Wenn allerdings Milch pur nicht auf der Hitliste Ihres Kindes steht, bieten selbstgemachte Milchmixgetränke mit frischem Obst, Bananen Milchshake und Molkedrinks eine Alternative. Verwenden Sie kalziumreiche Mineralwässer, Obst wie Beerenfrüchte, Gemüse, z. B. Fenchel, Porree oder Brokkoli, Sojaprodukte, Hirse, Quinoa, Amaranth mit im täglichen Speiseplan.

Braucht mein Kind eine Kleinkindmilch oder sollte ich besser Kuhmilch füttern?

Kleinkindmilchen sind im Grunde nicht notwendig und dann auch eine preisliche Frage. Nach dem Ernährungsplan für das 1. Lebensjahr gehen die Milch- und Breimahlzeiten der Säuglingsernährung nahtlos in das Familienessen der optimierten Mischkost über. Kleinkinder bekommen in der optimierten Mischkost etwa 300-350ml Kuhmilch am Tag. Die Lebensmittelauswahl gemäß den Empfehlungen für den Tagesspeiseplan im Rahmen der optimierten Mischkost sichert die Nährstoffversorgung Ihres Kindes und ist Bestandteil der Ernährungserziehung und der Entwicklung seines altersgemäßen Essverhaltens.


Mama, selber!

Ab dem Alter von zwei Jahren können Kinder bereits kleine Handgriffe übernehmen. Helfen bereitet allen Kindern viel Spaß. Sie sind äußerst sozial veranlagt. Sie sind interessiert an alltäglichen Verrichtungen beteiligt zu werden und lieben Aufgaben, die ständig wiederkehren und einfach zu erledigen sind, z. B. den eigenen Teller selbstständig abzuräumen. Ende des 2. Lebensjahres kann Ihr Kind Ihnen helfen Obst zu waschen, die Salatsauce zu rühren, den Teig zu kneten. Bringen, holen, sortieren, ordnen, sammeln, suchen. Kleinkinder sind stolz, wenn sie helfen dürfen.

Mit seinem eigenen Fach im Küchenschrank kann ihr Kind mit alten Töpfen & Schüsseln üben und wirken.

Mit dem eigenen Löffel essen, die Kartoffeln selber auf den Teller legen, das Brötchen selber bestreichen, das Trinken aus dem Becher oder gar dem Glas. Kinder sind teilweise sehr ehrgeizig. Bleiben Sie vor allem geduldig. Ein rutschfester, unzerbrechlicher Teller und ein gebogener Löffel oder breiter Löffel helfen Ihrem Kind für die richtige Kurve zum Mund. Selber Essen – kleine Finger werden geschickter, Koordination zwischen Sehen, Zugreifen, Mundöffnen und den-Happen-Hineinschieben klappt immer besser.

Getränke müssen Sie nicht immer in der Lerntasse anbieten. Lassen Sie Ihre Kinder öfter aus kleinen Eierbechern und Gläschen trinken, das fördert die Selbständigkeit. Wasser, löscht den Durst und hinterlässt keine Flecken, wenn mal was daneben geht.