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Ein kleiner Draufgänger:

Erste Hilfe für Ihren Weltentdecker

Kleinkinder lieben es, zu rennen, zu hüpfen und die Welt mit allen Sinnen zu entdecken. Mit dem Bobby Car sind sie Feuerwehrmänner oder fahren Autorennen und mit dem Laufrad sausen sie Abhänge hinab. Auch wenn Ihnen Ihr kleiner Weltentdecker oft zu wild erscheint, unterstützen Sie Ihr Kind in seiner Bewegungslust. Studien zeigen, dass sich Kinder heutzutage eher zu wenig als zu viel bewegen. Seien Sie aber immer zur Stelle, wenn es brenzlig wird, da die Kleinen gerne dazu neigen, sich zu überschätzen. Wir zeigen Ihnen, was Sie tun können, um auf Ihren kleinen Draufgänger aufzupassen und haben Tipps zur Ersthilfe, sollte es doch zu einer Bruchlandung kommen.

Der gefährlichste Raum der Wohnung: Die Küche

Vor allem in der Küche lauern viele Gefahren für Ihren kleinen Schatz: Verbrühungen und Verbrennungen durch heiße Herdplatten, kochendes Wasser und siedendes Fett oder Vergiftungen durch Putzmittel oder Medikamente. Laut einer Studie sehen rund 40 Prozent der Eltern in der Küche die größte Gefahr für Ihr Kind. Viele Unfälle lassen sich durch das Sichern der Schränke oder durch ein Herdgitter vermeiden.

Richtig reagieren im Falle des Falles

Vergiftung

Hat Ihr Kind Medikamente, Spülmittel o.ä. getrunken oder verschluckt, rufen Sie beim Gift-Notruf an, fahren Sie zügig zum nächsten Krankenhaus oder rufen Sie den Rettungswagen. Nehmen Sie das Spülmittel mit und informieren Sie die Ärzte, so dass gezielt geholfen werden kann. Bringen Sie Ihr Kind nicht zum Erbrechen – dabei passiert die Substanz erneut die Speiseröhre und es kann zu weiteren Verätzungen kommen.

Verbrennungen und Verbrühungen

Die kindliche Haut ist viel empfindlicher als die von uns Großen. Ein Kleinkind kann sich schon an einer Tasse heißen Tee schlimm verbrühen.Hat sich Ihr Kind auf die Herdplatte gefasst oder sich mit kochendem Wasser übergossen, sollten Sie die Hautstellen so schnell wie möglich kühlen. Rufen Sie bei einer großflächigen Verbrühung sofort den Notruf und duschen Sie ihr Kind mit kühlem Wasser (ca. 20°C) ab. Kleidung, die mit der Haut verklebt ist, nicht mit Gewalt entfernen. Kühlen Sie die verbrühten Stellen nicht mit Eis oder Eiswasser – der Schmerz verschwindet zwar im ersten Moment, danach werden die Stellen aber umso stärker durchblutet. Experimentieren Sie auch nicht mit Salben und Ölen, die anschließend aus den Wunden gewaschen werden müssen.

Oft reicht ein Pflaster

Ertrinken

Kleine Kinder können selbst in niedrigem Wasser ertrinken, da sie unter Wasser die Orientierung verlieren. Dabei schlagen sie aber nicht wild um sich, sondern ertrinken leise. Falls Ihr Kind länger unter Wasser war und nicht bei Bewusstsein ist, rufen Sie sofort den Krankenwagen und beginnen Sie unverzüglich mit der Beatmung und Herzmassage. Lassen Sie Ihren Schatz in der Badewanne und im Schwimmbad nie unbeaufsichtigt.

Wunden

Vor allem Schürfwunden kommen bei Kleinkindern oft vor. Sie sehen zwar schlimm aus, sind aber in der Regel nicht tief. Achten Sie bei Wunden immer darauf, dass kein Dreck hineinkommt. Eine Schürfwunde kann mit Wund-Desinfektionsmittel gereinigt werden. Bei tieferen Wunden muss zunächst die Blutung gestillt werden, z.B. mit einem Druckverband. Fahren Sie ggf. ins Krankenhaus. Bei kleinen harmlosen Wunden hilft zum Glück oft schon ein buntes Pflaster, um das Kind zu beruhigen.

Was tun, wenn Ihr Kind beim Balancieren von der Mauer gestürzt ist und Sie einen Knochenbruch vermuten?Hat Ihr Kind Schmerzen, ist die Beweglichkeit eingeschränkt, ein Körperteil unnatürlich verdreht oder kommt es zu einer Schwellung, rufen Sie den Krankenwagen oder bringen Sie Ihr Kind in die Notaufnahme. Dort wird es geröntgt und der Verdacht auf einen Knochenbruch kann abgeklärt werden. Bei einem Bruch sollte das betroffene Körperteil so wenig wie möglich bewegt und z.B. mit einer zusammen gerollten Decke ruhiggestellt werden. Ist es zu einem offenen Bruch gekommen, darauf achten, dass keine Keime in die Wunde kommen.

Sie wissen nicht mehr, wie Sie einen Verletzten in die stabile Seitenlage bringen oder richtig beatmen? Dann wird es Zeit für eine Auffrischung des Erste-Hilfe-Kurses. Für Eltern mit kleinen Kindern gibt es auch spezielle Kurse. Zudem sollten Sie nicht nur Pflaster im Haus haben, sondern auch einen voll ausgestatteten Verbandkasten.

Tipp: Auch, wenn es Ihnen schwerfällt: Bewahren Sie bei einem Unfall Ruhe. Für Ihr Kind gibt es nichts schlimmeres, als ein weinendes Elternteil, dass panisch reagiert.

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