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Steigender Fachkräftebedarf bietet gute Inklusionschancen für Menschen mit Behinderungen.

Der Hessische Minister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner, hat heute zum elften Mal den „Landespreis für beispielhafte Beschäftigung und Integration schwerbehinderter Menschen“ an drei hessische Unternehmen vergeben. „Mit dem Preis wollen wir den Einsatz von Unternehmen für die Integration von schwerbehinderten Menschen und vorbildliche Eingliederungsbeispiele stärker in den öffentlichen Fokus rücken. Insbesondere im Hinblick auf den Fachkräftemangel und auf den demographischen Wandel wollen wir aber auch für die wirtschaftlichen Vorteile werben, die Arbeitgeber durch die Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen haben“, so der Minister. Er sei überzeugt, so Grüttner, dass die Mobilisierung von Potentialen zur Sicherung der Fachkräftebasis einen inklusiven Arbeitsmarkt erfordere. „Dazu ist es wichtig, das Fachkräftepotential von Menschen mit Behinderungen stärker sichtbar zu machen“, betonte der Minister.

Nach den Angaben des Ministers unterstütze das Land die Integration und Teilhabe der behinderten Menschen am Arbeitsleben mit finanziellen Mitteln und im Rahmen verschiedener Projekte. Beispielsweise würden aktuell mit dem Hessischen Perspektivprogramm zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen schwerbehinderter Menschen (kurz: HePAS) Arbeitgeber dazu angeregt, Beschäftigungsmöglichkeiten und Ausbildungsplätze für schwerbehinderte Menschen zu schaffen. Erste Ergebnisse von HePAS zeigen, dass sich beispielsweise die Zahl der geförderten und unterstützten Praktika von 2014 zu heute schon verdoppelt hat. Erfreulicherweise ist es gelungen, in fast 50 Prozent dieser Fälle sogar eine Anschlussbeschäftigung oder Ausbildung zu erreichen. „Ein erster Schritt zur Nachhaltigkeit“, betonte der Minister. Mit Hilfe des Programms entstanden bereits mehr als 1.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse und über 144 Ausbildungsverhältnisse.

Grüttner kündigte an, dass in der Neuauflage des Programmes HePAS (Hessisches Perspektivprogramm zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen schwerbehinderter Menschen) 2017 nicht nur monetäre Anreize geschaffen werden, sondern insbesondere durch das Angebot einer Begleitung von Fachdiensten des Landeswohlfahrtsverbandes auch dafür Sorge getragen wird, dass stabile Beschäftigungsverhältnisse entstehen können.

„Doch Geld und gute Ideen nützen nichts ohne engagierte Mitwirkende, ohne den Einsatz engagierter Arbeitgeber. Daher wollen wir auch ein Umdenken in den Köpfen der Menschen erreichen“, sagte Stefan Grüttner.

Hierfür seien die drei Unternehmen, die mit dem 3.000 Euro dotierten Preis heute ausgezeichnet wurden, wichtige Vorreiter. In diesem Jahr erhielten folgende Unternehmen die Auszeichnung:

Landespreis für beispielhafte Beschäftigung und Integration schwerbehinderter Menschen

Rechtsanwälte Friedrich&Partner, Babenhausen

Gerade bei Freiberuflern ist die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen schwierig. Die Anwaltskanzlei Friedrich&Partner ist aufgrund ihrer Größe nicht beschäftigungspflichtig und beschäftigt trotzdem eine Auszubildende mit Mukoviszidose. Diese Art der Behinderung stellt eine besondere Herausforderung dar, da mit sehr hohen Ausfallzeiten gerechnet werden muss. Der Ausbildungsplatz wurde von der Kanzlei extra neu geschaffen, um der Auszubildenden eine besondere Perspektive zu schaffen. Die krankheitsbedingten Ausfallzeiten in der Berufsschule werden in der Kanzlei versucht nachzuholen ("Nachhilfe"), um so das Ausbildungsverhältnis zu stabilisieren. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeigen einen großen Einsatz bei der Beschäftigung der Auszubildenden. Zusätzlich werden eigene Mittel eingesetzt zur Kompensation von krankheitsbedingten Ausfällen der Auszubildenden durch kurzfristigen Personalersatz. Die Anwaltskanzlei weist durch Ihr Engagement eine besondere Vorbildfunktion für Freiberufler auf.

GLOBUS SB-Warenhaus Limburg

Dort werden schwerbehinderte Menschen mit den verschiedensten Beeinträchtigungen beschäftigt. Dies bedeutet flexible Arbeitsumfeldgestaltung und sensibilisiert die übrigen Mitarbeiter im Sinne der Inklusion. Alle Mitarbeiter sind in die Gestaltung der Arbeitsprozesse gleichberechtigt eingebunden. Es werden sowohl Praktika als auch Probebeschäftigungen ermöglicht - auch ohne Zusatzförderung wie z.B. HePAS in Anspruch zu nehmen. Das Unternehmen wurde ausgezeichnet mit dem Barrierefreien Zertifikat "Generationenfreundliches Einkaufen" das auch für beschäftigte schwerbehinderte Mitarbeiter eine Erleichterung darstellt. Durch die Gründung und Führung einer Integrationsabteilung besteht besondere Signalwirkung für andere Betriebe. Das Unternehmen führt Betriebliches Eingliederungsmanagement durch und hat eine aussagekräftige Integrationsvereinbarung. Die Schwerbehindertenvertretung ist sehr aktiv. Es besteht eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe und der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM), nicht nur bei der Auftragsvergabe, sondern auch bei der Stellenakquise für die Integrationsabteilung sowie der Einrichtung von Außenarbeitsplätzen für WfbM-Beschäftigte im Betrieb. Das Unternehmen arbeitet eng mit Schulen zusammen, um Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf (geistige Beeinträchtigung) Berufsorientierung mittels Schülerpraktika zu ermöglichen.

RS Components GmbH, Mörfelden-Walldorf

Bereits 2015 war das Unternehmen in der engeren Auswahl für den Landespreis, konnte den positiven Eindruck in 2016 noch verstärken und die Beschäftigungssituation schwerbehinderter Menschen durch vier Neueinstellungen, darunter ein schwerbehinderter Auszubildender, weiter verbessern.

Es besteht eine sehr gute und aktive Arbeit der Schwerbehindertenvertretung als Multiplikator im Sinne der Inklusion. Die Schwerbehindertenvertretung nimmt regelmäßig an Schulungen des LWV teil. Das Credo des Unternehmens lautet: "Gemeinsam Brücken bauen" und macht das hohe soziale Engagement deutlich.

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