Laktosefrei und
weniger fetthaltig als gedacht

Als Milchprodukt steht Käse oft im Verdacht, für laktoseintolerante Menschen unverträglich zu sein. Dabei schließen sich Laktoseintoleranz und Käse keinesfalls aus. Auch was den Fettgehalt angeht, gibt es viele Irrtümer, die hier einmal ausgeräumt werden sollen.
Käse und Gesundheit
Schrittweise probieren, welche Sorte Hart- oder Schnittkäse Sie vertragen.

Laktose (auch: Milchzucker) ist ein natürlicher Bestandteil der Milch. Die meisten Menschen bilden nach der Geburt das Enzym Laktase, mit dem sie die Laktose gut verdauen können. Fehlt dieses Enzym oder ist es in nicht ausreichender Menge vorhanden, kann der Milchzucker vom Körper nicht abgebaut werden und wird im Dickdarm vergoren – Völlegefühl, Blähungen oder Durchfall sind die Folge. In gereiftem Käse findet sich aber kaum Laktose. Denn bei der Herstellung werden Milchsäurekulturen zugegeben, die den Milchzucker schon vor dem Verzehr abbauen und in Milchsäure umwandeln. Bleibt am Ende weniger als 0,1 % Laktose auf 100 Gramm Käse übrig, darf der Käse sogar als ganz laktosefrei gekennzeichnet werden. Faustregel: Je länger ein Käse reift, desto weniger Milchzucker ist enthalten. Frischkäse und Schmelzkäsezubereitungen sollte man bei Laktoseintoleranz meiden.

Essenzielles für den Körper

Käse enthält jede Menge Eiweiß, Mineralstoffe (Calcium, Magnesium, Kalium),Vitamine (A, B2, B12) und dazu Milchfett. 100 Gramm Hart- oder Schnittkäse decken den täglichen Calcium- und Vitaminbedarf eines Erwachsenen zu zwei Dritteln. Calcium ist wichtig für Knochenaufbau, Nervensystem, Muskulatur und Blutgerinnung. Vitamin A fördert Wachstum, Immunsystem und Sehvermögen, die B-Vitamine werden für Stoffwechselvorgänge im Körper benötigt.

Fett im Käse – halb so wild

Fett i. Tr. ist die Abkürzung für Fett in der Trockenmasse. Käse besteht aus Trockenmasse (Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe, Milchzucker, Fett) und Wasser. Je fester ein Käse, desto größer der Trockenmassenanteil. Da sich das Fett nur in der Trockenmasse befindet, der Käse aber immer noch viel Wasser enthält, ist der Fettanteil bezogen auf den Käse insgesamt niedriger, als man auf den ersten Blick denkt.

Faustregel
Absoluter Fettgehalt
=
Fett i. Tr. geteilt durch zwei.