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Der Hanf – eine vielseitige Kraftpflanze wird neu entdeckt

Auch wenn er in den letzten Jahrzehnten fast völlig in Vergessenheit geriet: Hanf ist eine der ältesten, wertvollsten und vielseitigsten Nutzpflanzen der Menschheit. Zu unserem Glück wird Hanf mittlerweile wieder häufiger angebaut und ist heute in den verschiedensten Formen erhältlich. Alle wichtigen Infos zum gesunden und gefahrlosen Genuss des Lebensmittels im Überblick.

Eine kurze Geschichte des Hanfs

Die menschliche Verwendung von Hanf kann über mehrere Tausend Jahre zurückverfolgt werden: Die frühesten aus Hanf gefertigten Stoffe werden auf die Zeit um 8000 v. Chr. datiert. Die jahrtausendealten Funde zeigen eine Verbreitung von China bis nach Europa. Offenbar war Hanf allen frühen Kulturen des Mittleren Ostens, Kleinasiens, Indiens, Chinas, Japans, Europas und Afrikas bekannt. Mit Kolumbus gelangte es später auch auf den amerikanischen Kontinent.

Ob für Stoffe und Seile, als Heilpflanze zur Wundheilung, als Schmerzmittel und zur Fiebersenkung, als nährstoffreiches Nahrungsmittel, Leuchtöl, Rauschmittel, für die Papierherstellung, für Segelschifftuche – der Hanf wurde als wahrer Alleskönner vielseitig eingesetzt. Ab dem 18. und 19. Jahrhundert verdrängte u. a. die Einführung von Baumwollmaschinen und ab dem 20. Jahrhundert die Erfindung von Kunstfasern die Hanffaser jedoch nach und nach.

Dabei wurde Hanf zwischenzeitlich sogar für die Energiegewinnung und als kostengünstiges, vielseitiges Baumaterial erkannt. In den 1930er Jahren baute zum Beispiel Henry Ford ein Hanf-Auto: Nicht nur die Komponenten wurden aus Hanf gefertigt, es fuhr auch mit Hanföl! Doch das Auto ging nie in Serie. Das lag wohl auch daran, dass es in dieser Zeit schlagkräftige Argumente gegen Hanf gab, die es als Rauschmittel in Verruf brachten. Schon sehr bald wurde der Hanfanbau in vielen Ländern verboten.

In jüngster Zeit wird die „Wunderpflanze“ aber wieder häufiger für ihren vielfältigen Nutzen gewürdigt und bestehende Verbote werden gelockert. Trotz strenger Restriktionen bezüglich des Anbaus kommen so vermehrt hochwertige Hanfprodukte auf den europäischen Markt, von Zahnpasta über T-Shirts bis hin zu Schokolade und Nudeln.

Was ist das Besondere an Hanf?

viele verschiedene aldpilze in einem Korb auf einem Tisch

Die Hanfpflanze ist erstaunlich: Sie ist robust und wächst fast überall, benötigt keine Pestizide, weil ihre dichten Blätter Unkrautwuchs verhindern, ist kaum anfällig für Schädlingsbefall, verbessert den Boden und bietet hohe Erträge.

In nur 100 Tagen wächst sie bis zu 4 Meter hoch! Die Einsatzbreite der Pflanzenteile ist schier unendlich. Oder hätten Sie gedacht, dass Lego ab 2030 nur noch Steine aus Hanfplastik herstellen will?

Welche Nährwerte haben Hanfsamen und Hanföl?

Zwei Hände schneiden einen Pilz mit einem Messer vom Boden ab

In Hanfsamen sind hochwertige Eiweiße, Fette, Ballast- und Mineralstoffe, Vitamine und Kohlenhydrate enthalten. Mit ca. 35 % weisen sie zwar einen relativ hohen Fettgehalt auf, aber die enthaltenen Proteine versorgen den Körper mit essentiellen Aminosäuren, die eine stabile Gesundheit fördern können. Das Gute daran: Deren Zusammensetzung entspricht sehr genau dem Bedarf des menschlichen Körpers. So können Sie von ihm ideal verwertet werden.

Aus Hanfsamen lässt sich äußerst nahrhaftes und hochwertiges kaltgepresstes Pflanzenöl mit bräunlich-gelber, grüngelber oder dunkelgrüner Färbung gewinnen. Es enthält die meisten der essentiellen Fettsäuren, die für uns lebensnotwendig sind.

Mit über 80 % hat es einen sehr hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren, die das Immunsystem stärken sollen. Die Linolsäure macht dabei einen Anteil von ca. 46 bis 70 % aus: Sie ist besonders kostbar, da sie vom menschlichen Körper nicht selbstständig aufgebaut werden kann. Außerdem ist die Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure mit einem Anteil von circa 20 % enthalten – mehr, als in den meisten anderen Ölen steckt. Hanföl ist zudem reich an B-Vitaminen und Vitamin E sowie den Mineralstoffen Calcium, Magnesium und Eisen.

Wie kann man Hanfsamen verwenden?

Mann bei der Pilzusche mit Korb im Wald

Kaum zu glauben: Es gibt inzwischen reine Hanf-Kaufhäuser, in denen es bis zu 400 verschiedene Hanf-Produkte zu kaufen gibt. Kleidung, Kosmetik, Gesundheitsprodukte, Nahrungsergänzungsmittel, vor allem aber Lebensmittel – sogar Hanfsofteis!

Die meisten erhältlichen Produkte basieren auf Hanfsamen oder Hanföl beziehungsweise enthalten sie als Zutat. Außerdem lässt sich beides ganz einfach pur in die Ernährung integrieren:.

Heute schon geknuspert? Hanfsamen für jeden Tag

Pilze im Wald

Die 3 bis 4 Millimeter großen Nüsse lassen sich geschält oder ungeschält, roh oder geröstet einfach so knabbern oder beispielsweise als nahrhafte Müslizutat verwenden.

Gemahlen können Hanfsamen wie Mehl verarbeitet werden: Geschrotet, gekocht, gesüßt und mit Milch angerührt ist Hanfbrei so bekömmlich und lecker wie z. B. Haferbrei.

Hanfsamen lassen sich auch zu einer schmackhaften Paste zerstoßen, die an Erdnussbutter erinnert. Müsliriegeln geben Hanfsamen wiederum eine ganz besondere Note und Hanfsprossen können Salate verfeinern oder zum Kochen verwendet werden. Die gekeimten Samen haben übrigens einen besonders hohen Nährwert.

Eine Fundgrube an Nährstoffen – Hanföl

Pilze im Wald

Das aus Samen gepresste Öl hat einen nussigen Geschmack und eignet sich beispielsweise als reichhaltige Zutat für Salate, Gemüse und Süßspeisen.

Da es sehr hitzeempfindlich ist, sollte es nicht erhitzt oder zum Braten verwendet werden.

Wichtig: Kaltgepresstes Öl am besten in dunklen Flaschen kaufen, da bei Lichteinfluss Nährstoffe verloren gehen können.

... und noch viel mehr

Als Nebenprodukt des Ölpressens entsteht der sehr proteinreiche Hanfsamenkuchen: Er kann mit Malz versetzt oder gemahlen und in Kuchen, Brot oder Eintöpfen verwendet werden.

Der Ölkuchen wurde bis ins 20. Jahrhundert dem Viehfutter beigemischt, denn Hanf sorgt bei Rindern, Schweinen und Geflügel für bestes Wachstum und ist auch ideal als Haustierfutter geeignet.

Stichwort Tiere: Hanfsamen sind auch ein beliebtes Vogelfutter. Darüber hinaus können Hanfsamenextrakte wie Sojabohnenextrakte (Tofu) unterschiedlich gewürzt und ebenfalls als Fleischersatz verwendet werden.

Machen Hanfsamen high?

Pilze im Wald

Die Hanfsorten, die in Europa für die Verwendung in Lebensmitteln erlaubt sind und angebaut werden, unterscheiden sich von den Sorten für die Drogenproduktion: Sie haben gemäß EU-Vorgabe einen THC-Gehalt von weniger als 0,2 %.

THC (Tetrahydrocannabinol) ist ein Cannabinoid mit berauschender Wirkung, der Anbau THC-haltiger Sorten ist in Europa verboten. Von Natur aus beinhalten Hanfsamen sowieso kein (oder nur winzigste Spuren von) THC, sondern nur Blüten, Blätter und in geringem Maß Stängel.

Was sind die THC-Grenzwerte in Lebensmitteln?

Es gibt keine – nur Richtwerte, und die sind laut Bundesinstitut für Risikobewertung auch nur vorläufiger Natur.

Diese würden aber teilweise überschritten, besonders bei teeähnlichen Erzeugnissen aus Hanfblättern und hanfhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln.

Bei Kindern und Schwangeren sowie in Kombination mit Alkohol und bestimmten Arzneimitteln warnt das Institut daher: lieber Hände weg von diesen Hanfprodukten.

Probieren Sie unsere Rezepte mit Hanf:

Kohlrabi-Karotten-Salat mit Ziegenkäse und Hanf-Vinaigrette

von Alnatura

Frühstücksshake mit Brombeeren und Hanf

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Quinoa-Bowl mit Roter Bete und Hanfknusper

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Sandwich mit Spinat-Hanf-Pesto und Ei

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Vielkorn-Müsli-Mischung mit Mandeln und Hanfsamen
Veganes Kurkuma Porridge mit Hanföl und Äpfeln
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