Sprachentwicklung während der Schwangerschaft

Ist jemand zu Hause?

Der erste Schrei nach der Geburt ist ein magischer Moment. Von diesem Tag an wird sich Ihr Baby ständig mit Lauten bemerkbar machen und nach und nach das Sprechen lernen. Aber schon lange davor, im Bauch der Mutter, beginnt Ihr kleiner Weltendecker zu hören.

Schwangere Frau legt Baby Kopfhörer auf den Bauch

Bestimmt haben Sie sich schon gefragt, ob Ihr Baby Sie hören kann, wenn Sie mit Ihrem Bauch bzw. zu dem Bauch Ihrer Partnerin sprechen. Es ist tatsächlich so! Verschiedene Studien haben gezeigt, dass menschliche Föten etwa ab dem letzten Drittel der Schwangerschaft – also circa 12 bis 13 Wochen vor der Geburt – in der Lage sind, Töne und Geräusche wahrzunehmen. Obwohl die Forschung dazu noch recht jung ist, geht man davon aus, dass Ungeborene so bereits früh ein besonderes Gespür für Melodiebögen von Musik und Sprache entwickeln.

Verliebt in Ihre Stimme

Wenn Ihr Kind auf die Welt kommt, hat es bereits im Mutterleib viele Sinneseindrücke gesammelt. Ihr Ungeborenes ist, auch ohne dass Sie zu ihm sprechen, von einer ständigen Geräuschkulisse umgeben: Das Herz der Mutter pocht, der Magen gluckert, die Schlagader hinter der Fruchtblase dröhnt – etwa 80 Dezibel laut ist es in der Gebärmutter. Auch Ihre Stimme nimmt das Baby wahr, auch wenn sie sich etwas anders anhören könnte, da sich akustische Signale von außen durch die Bauchdecke und das Fruchtwasser verfremden.

Trotzdem ist es immer schön viel mit Ihrem Kind zu sprechen – denn so bauen Sie emotionale Nähe auf und fühlen sich Ihrem Kind noch stärker verbunden. Ungeborene gewöhnen sich auch schon vor der Geburt an den Klang der Muttersprache, an bestimmte Melodien und natürlich an die Stimme der Mutter und des Vaters. Kurz nach der Geburt regieren sie dann besonders aufmerksam auf die Stimmen ihrer Eltern. Wenn Sie und Ihr Partner mit Ihrem Baby sprechen, geben Sie ihm außerdem von Anfang an das Gefühl, geliebt zu werden. Währen der ersten Lebensjahre ist es rund um die Uhr auf Ihre Hilfe angewiesen und es ist ganz besonders wichtig, sich geliebt und geborgen zu fühlen.

Förderung vor der Geburt

Die Gebärmutter als Klassenzimmer?

Jede Mutter und jeder Vater möchte nur das Beste für sein Kind und so gibt es in manchen Ländern tatsächlich „pränatale Trainingszentren“ in denen es nicht nur um die Gesundheit und die Fitness der werdenden Mutter geht, sondern um das pränatale Lernen des Kindes. Dazu gehört das Vorlesen von Texten und Fremdsprachen genauso wie das gezielte Stimulieren mit Lichtsignalen, um erste Zählversuche anzuregen.

Diese Art der Förderung schon vor der Geburt geht nicht nur vielen Eltern, sondern auch Wissenschaftlern und Ärzten deutlich zu weit. Zum einen kann die Forschung bislang nämlich nicht nachweisen, dass ungeborene Kinder durch spezielle Förderung, etwa durch klassische Musik, später musikalischer oder gar intelligenter werden. Zum anderen betonen sie, dass Föten sehr viel Schlaf benötigen – bis zu 20 Stunden am Tag – und unerwartete, laute Geräusche und zu viele äußere Einflüsse dabei stören können.

Der Mutterleib ist ein geschützter Raum, in dem sich Ihr Kind optimal entwickeln kann, und nicht das „erste Klassenzimmer“ Ihres kleinen Weltentdeckers. Genießen Sie Ihre Schwangerschaft, sprechen Sie mit Ihrem Baby, singen Sie ihm etwas vor oder hören Sie sich gemeinsam Ihre Lieblingssongs an – wenn Ihnen und Ihrem Baby danach ist.

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