Dekantieren oder Karaffieren?

Während vor einigen Jahren ausschließlich Weinkenner mit dem Begriff „Dekantieren“ etwas anfangen konnten, steht heute in vielen Haushalte ein Dekanter bzw. eine Karaffe im Regal. Diese Glasgefäße sehen nicht nur stilvoll aus, sondern sollten für jeden Wein zu einem anderem Zweck eingesetzt werden.

Dekantiert werden eigentlich ausschließlich ältere Weine, die schon lange Zeit in der Flasche verbracht haben und zwar solange, dass sich am Boden ein sogenanntes Depot abgelagert hat. Diese edlen Tropfen werden dann vor dem Genuss unter großer Vorsicht langsam und schonend umgefüllt – dekantiert – um den Wein von dem Depot, dem sogenannten Dekantat, zu trennen. Damit man das Depot gut im Blick hat und rechtzeitig das Umfüllen abbrechen kann, bietet sich das Licht einer Kerze auf dem Tisch an.

Ein Mann bei der Weinprobe

Sauerstoff für junge Weine

Vom Dekantieren zu unterscheiden ist das Karaffieren. Bei letzterem wird der Wein nicht schonend umgefüllt, sondern beherzt in eine bauchige Glaskaraffe gefüllt. Das Ziel dabei ist dem Wein in kurzer Zeit möglichst viel Sauerstoff zuzuführen.

Diese Technik wird besonders bei jungen Weinen verwendet, da diese erst durch diesen Vorgang ihr ganzes Geschmackspotential entfalten können. Viele Weine müssen Sie übrigens nicht unbedingt umfüllen.

Es macht aber durchaus Sinn, bei Rotweinen den Korken bzw. Schraubverschluss bereits eine halbe Stunde vor dem Servieren zu öffnen, damit der Wein schon einmal „atmen“ kann.

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