Was macht der Winzer im Oktober?

Der Oktober steht im Namen der Weinlese. Hier scheiden sich meist die Geister in einem Punkt: Handlese oder maschinelle Lese? Hier gibt es für jeden der beiden Punkte Vor- und Nachteile und je nachdem, wen man befragt, gehen die Meinungen in verschiedene Richtungen. Einige Faktoren haben nichts mit der Entscheidung des Winzers oder den Vorlieben der Weinmacher zu tun. So ist in steilen oder undurchdringlichen Lagen oder bei Buschbepflanzung eine maschinelle Ernte schlichtweg nicht möglich. Auch einige Gesetze lassen alleinig die Handlese zu. So ist dies zum Beispiel eine Vorgabe zur Herstellung von Champagner und Crémant. Die Ernte mit einem Traubenvollernter kann verschiedenste Vorteile haben. Die Ernte ist schnell und effektiv und spart einiges an Erntehelfern, was einen finanziellen Vorteil bietet. Außerdem kann maschinell die Ernte nachts und sehr früh morgens durchgeführt werden. Die kühlen Temperaturen kommen vor allem Weißwein und Rosé zugute. Sollten Unwetter drohen oder die Trauben ihren perfekten Reifezeitpunkt erreicht haben, kann ein Traubenvollernter zum optimalen Zeitpunkt schnell die Ernte einbringen. Für einen Hektar benötigt man circa eine Stunde. Will man dieselbe Fläche von Hand in der gleichen Zeit lesen benötigt man 40 bis 60 Helfer.

Ein Traubenvollernter fährt über die Rebstöcke. Vibrierende Stäbe, auch Schlägel genannt „rütteln“ dann die Stöcke. Durch die Vibration fallen die Trauben ab und werden über ein Laufband in einen Sammelbehälter transportiert. Viele moderne Maschinen haben auch schon einen Entrapper, der die Trauben von ihrem Gerüst trennt. Hier zeigt sich jedoch auch ein möglicher Nachteil der maschinellen Ernte. Der richtige Rebschnitt, der richtige Reifegrad der Traube und die Abwesenheit von Fäulnis sind essenziell für die Herstellung eines Weines. Der traubenvollernter nimmt allerdings alles mit!

Lese

Bei der Handlese kann im Gegensatz die Selektion der Trauben schon im Weinberg erfolgen. Nicht alle Trauben sind, gerade in schwierigen Jahrgängen, zur gleichen Zeit reif. Dadurch sind, um hohe Qualität zu erzielen, oftmals mehrere Durchgänge der Ernte nötig. Dies bedarf immer der Beurteilung des Reifegrades durch einen Menschen. Auch die Behandlung der Trauben ist per Hand wesentlich schonender als mit der Maschine. Gerade mit dem Ziel die Trauben ganz zu vergären, ist die maschinelle Lesung oft problematisch.

Allgemein kann man also sagen, dass eine Selektion der Beeren nur von Hand möglich ist.

Sind die Trauben, unabhängig auf welchem Weg, eingebracht, steht die Verarbeitung zu Most an. Es wird gepresst, vergoren und die Lagermethode gewählt. Andere Reben erreichen ihren Lesezeitpunkt erst später. Spätlesen und edelsüße Weine werden oft Ende Oktober geerntet, jedoch gibt es zur Freude Vieler jetzt schon Federweiser in den Regalen und auf den Weingütern.

Pressen der Reben
Pressen der Reben
Weinmost
Weinmost