Die wichtigsten Weinkritiker

Wie viele verschiedene Weine gibt es eigentlich? Auf jeden Fall so viele, dass niemand auch nur annährend alle probieren könnte. Bereits sich in einem Land zurechtzufinden, ist eine große Herausforderung. Es macht daher durchaus Sinn, sich Hilfe bei professionellen Weinführern zu holen und deren Urteil zurate zu ziehen – zumindest als erste Orientierung. Wir stellen Ihnen einige der wichtigsten Weinkritiker mit einer kurzen Beschreibung des jeweiligen Bewertungssystems vor.

Deutschland

Man riecht an Rotwein

Jedes Jahr im Herbst erscheint der Gault & Millau Weinguide Deutschland für das darauffolgende Jahr. Er ist der einflussreichste deutsche Weinführer und umfasst alle 13 deutschen Anbaugebiete. Für jedes aufgenommene Weingut finden sich eine kurze Beschreibung sowie die wichtigsten Fakten wie Rebsorten und jährliche Produktionsmenge. Die Bewertung erfolgt anhand einer 100-Punkte-Skala, wobei diese erst bei 50 Punkten beginnt und 100 Punkte die Höchstnote ist. Außerdem verleiht der Gault & Millau 1–5 Trauben für den Gesamteindruck der Weingüter und kürt die Sieger des Jahres in verschiedenen Kategorien, zum Beispiel „Winzer des Jahres“ oder „Aufsteiger des Jahres“.

Daneben gilt der „Eichelmann Deutschlands Weine“ als Standardwerk der deutschen Weinszene. Er bietet eine gute Übersicht über die deutschen Weinanbaugebiete sowie alphabetisch geordnete Portraits über die besten Winzer und natürlich eine Bewertung und Beschreibung der Weine. Auch hier wird eine 100-Punkte-Skala verwendet und zusätzlich die Gesamtleistung des Weinguts bewertet. Dabei werden 1–5 Sterne vergeben.

USA – Frankreich

Robert Parker, auch genannt The Wine Advocate, gilt als der bedeutendste Weinkritiker der Welt. Seit 1975 hat er einen maßgeblichen Einfluss auf die internationale Weinwelt. Seine Spezialität sind französische Weine, insbesondere Bordeaux, Burgund und Côtes du Rhône. Daher ist er gerade für Frankreich der wichtigste Kritiker überhaupt. Gemeinsam mit seinem mehrköpfigen Verkostungsteam bewertet er auch italienische, spanische und deutsche Weine.

Robert Parker verwendet eine 100-Punkte-Skala an (50–100) und das Urteil des gelernten Juristen kann über den Erfolg oder Misserfolg eines ganzen Weinguts entscheiden. Die Vergabe der berüchtigten Parker-Punkte wird stets mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, denn seine Bewertungen gehören zu den verlässlichsten Einschätzungen der Qualität eines Weines.

Italien

Wenn es um italienische Weine geht, führt kein Weg am Gambero Rosso (ital. roter Krebs) vorbei. Der einmal jährlich erscheinende Weinführer gibt einen umfassenden Einblick in die Welt der italienischen Weine. Das Bewertungssystem ist hier etwas anders: Es werden bis zu 3 Gläser verteilt. Schon ein Glas beutet, dass es sich um einen guten Wein handelt, wobei die begehrten „3 Gläser im Gambero Rosso“ die höchste Auszeichnung bedeuten. Innerhalb der 2-Gläser-Weine gibt es noch zwei weitere Kategorien: Neben den “normalen” schwarzen gibt es auch die roten 2-Gläser-Weine. Daran erkennt man, dass es der Wein bis in die letzte Runde geschafft hat, also fast ein „3-Gläser-Wein“ ist. Die Weingüter selbst erhalten ebenfalls eine Bewertung und besonders hilfreich kann die Klassifikation der besten Jahrgänge in Italiens Anbaugebieten sein.

Spanien

Der spanische Weinkritiker José Peñín ist der Herausgeber des nach ihm benannten Guía Peñín – dem Standardwerk über spanische Weine. Er bewertet anhand einer 100-Punke-Skala sowie mit einem 3–5 Sterne-System. Über seine aufwendigen Verkostungen, die wohl zu den umfangreichsten aller Weinkritiker gehören, wird in ganz Spanien gerne gesprochen. Wie beim Gambero Rosso findet sich auch im Guía Peñín eine sehr hilfreiche Einstufung der letzten Jahrgänge nach Region.

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