Dekantieren oder Karaffieren?

Während vor einigen Jahren beinahe ausschließlich Weinnerds mit dem Begriff „Dekantieren“ etwas anfangen konnten, steht heute sogar in mancher WG ein Dekantierer bzw. eine Karaffe im Regal – und wenn es nur ein Flohmarkt-Fund ist, der gekauft worden ist, weil er zu gut ins Regal passt. Diese Glasgefäße sehen aber nicht nur schick aus, sondern können gerne eingesetzt werden, gerade an Weihnachten! Wir verraten euch, wann der Einsatz Sinn macht – und wann nicht.

Rotwein dekantieren

Dekantiert im eigentlichen Sinne werden eigentlich nur ältere Weine, die schon lange Zeit in der Flasche reifen konnten, und zwar solange, dass sich am Boden ein sogenanntes Depot abgelagert hat. Vor dem Genießen sollten diese alten und häufig auch teuren Weine mit viel Gefühl und Umsicht umgefüllt werden, um den Wein von dem Depot, dem sogenannten Dekantat, zu trennen.

Tipp: Echte Weinnerds nehmen dabei eine Kerze oder das Smartphone zur Hand und leuchten den Flaschenboden dabei aus, um rechtzeitig abbrechen zu können.

Auch wenn wahrscheinlich so manch selbsterklärter Weinfachmann in deinem Freundeskreis das Gegenteil behauptet, sind Dekantieren und Karaffieren nicht das gleiche. Bei Letzterem wird der Wein nämlich nicht schonend umgefüllt, sondern beherzt in eine bauchige Glaskaraffe gefüllt. Dabei geht es darum, den Wein sozusagen gut zu „lüften“. Es handelt sich daher eher um das genaue Gegenteil vom Dekantieren. Gerade bei jungen, unausgereiften Weinen macht das Karaffieren Sinn, denn erst durch das Lüften können diese häufig erst ihr ganzes Potential entfalten.

Übrigens: Die allermeisten Weine schmecken auch ohne Sonderbehandlung gut. Gerne kannst du aber bei Rotweinen den Korken bereits eine halbe Stunde vor dem Genießen öffnen, damit „der Wein schon einmal atmen“ kann. Und keine Sorge, wenn du den Satz ein paarmal gesagt hast, hört er sich schon nicht mehr so steif an …