Warum schmeckt Rotwein im Winter so verdammt lecker?

Was hilft am besten gegen den grauen November-Blues? Ganz klar, ein Glas Rotwein oder besser sogar zwei – und schon wird alles viel entspannter. Aber warum ist das eigentlich so? Was genau macht Rotwein im Herbst und Winter für uns so anziehend?

Rotweingläser und Kerzen

Der wichtigste Unterschied zwischen Rot- und Weißwein besteht in den enthaltenen Farbpigmenten und im Gerbstoff. Die dunkle Farbe des Rotweins entsteht dadurch, dass die Maische, also der gepresste Traubensaft sowie Haut und Stängel der Trauben, für längere Zeit zusammen gären können. Dabei gehen die Tannine, die in den dunklen Schalen und Traubenkernen eingelagert sind, auf den Wein über. So fügen sie dem Rotwein seine typische herbe Geschmackskomponente hinzu und machen ihn außerdem gehaltvoller. Gerade deswegen passen rote Tropfen ideal zu kalten Tagen.

Jedoch ist die richtige Balance wichtig und die Bitterstoffe sollten gut eingebunden sein. Bei guten Flaschen verleihen sie dem Wein Kraft, Statur und Eleganz. Wenn die Tannine jedoch zu stark dominieren, kann der Wein schnell rau und pelzig schmecken, besonders wenn man ihm nicht genug Zeit zum Entwickeln gegeben hat. Deswegen lässt man eben gerade Rotweine häufig etwas länger reifen.

Der perfekte Partner für Deftiges und Co.

Außerdem passt Rotwein zur kalten Jahreszeit natürlich wie die Faust aufs Auge, weil im Winter ganz anders gekocht wird als im Sommer oder Frühling. Während zu leichten Gerichten, wie Salaten, Meeresfrüchte und Co. fruchtige und frische Weiß- bzw. Roséweine passen, braucht es zu kräftigen Wintergerichten schon etwas mehr Druck im Glas, um den intensiven Aromen Paroli zu bieten. Viele Rotweine werden zudem im Holzfass (Barrique) ausgebaut und entwickeln dabei Geschmacksprofile, wie Zedernholz, Zimt oder Rumtopf, die einfach gut in den Winter passen.

Macht es euch kuschelig!

Und nicht zuletzt schmeckt uns Rotwein im Spätherbst und Winter so gut, weil er an einem ruhigen Abend auf der Couch für Gemütlichkeit und Wärme sorgt. Dass man beim Trinken manchmal etwas schläfrig wird und die Schwerkraft mit jedem Schluck etwas stärker erscheint, ist für einen entspannten Abend zu Hause manchmal gar nicht so verkehrt …