Was macht der Winzer im April?

Ein wichtiger Teil der Traubenerziehung sind die Bodenpflegemaßnahmen im Weinberg. Sie haben einen hohen Einfluss auf Ertrag, Traubengesundheit und die Weinqualität. Die Herausforderung ist es die Bodenpflege so zu halten, dass die Reben genügend Nährstoffe und Wasser bekommen und Stress für die Pflanze vermieden wird. Hierfür gibt es kein Patentrezept und die Bodenpflege ist standortabhängig. Folgende Punkte beeinflussen die Wahl der Maßnahme:

- Bodenart

- Wasserspeicherkapazität

- Höhe und Verteilung der Niederschläge

- Temperaturverlauf und Sonneneinstrahlung

- Hangneigung und Hangrichtung

- Befahrbarkeit des Weinbergs

Neben den gegebenen Aspekten spielt auch die globale Erwärmung eine Rolle. Durch extreme Wetterbedingungen ist eine hohe Flexibilität im Frühjahr und Sommer von Nöten. Gleichzeitig kann, vor allem in besonders trockenen Gebieten, eine stärkere Beschattung erforderlich sein.

Durch die hohe Empfindlichkeit eines Bodens können sich die Bodenpflegemaßnahmen pro Jahr und Standort unterscheiden. Was dieses Jahr richtig war kann im Folgejahr unangebracht sein.

Im Groben unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Bodenpflegesystemen. Im Detail sind dies die Bodenbegrünung, die mechanische Offenhaltung des Bodens und die Bodenabdeckung.

Bodenbegrünung

Bei der Bodenbegrünung unterscheidet man zwischen eingesäter und natürlicher Begrünung. Ebenso gibt es, je nach Lage und Einflüssen auf den Weinberg, Dauerbegrünung sowie Teilzeitbegrünung.

Dauerbegrünung

Dauerbegrünung

Eine Dauerbegrünung bedeutet die Begrünung zwischen den Weinreben über das ganze Jahr hinweg. Um die Gefahr eines zu hohen Wasserverbrauchs durch die Begrünungspflanzen zu vermeiden wird diese Begrünung mehrmals jährlich abgemäht. Zur gleichen Zeit werden die abgemähten Pflanzen zwischen den Reben verteilt. Dies wird in der Fachsprache als „Mulchen“ bezeichnet.

Teilzeitbegrünung

Teilzeitbegrünung

Teilzeitbegrünung wird oft in sehr trockenen Regionen angewendet. Im Gegensatz zur Dauerbegrünung wird hier nur im Winter begrünt und auch nur jede zweite Rebreihe. Hierdurch versucht man eine zu starke Entwässerung zu vermeiden.

Bodenabdeckung

Die Abdeckung der Erde im Weinberg erfolgt meist in austrocknungsgefährdeten Gebieten oder in Bereichen mit erhöhter Erosionsgefahr in denen eine Begrünung schwierig oder nicht möglich ist. Als Material werden oftmals Holzhäcksel, Stroh oder Rindenmulch verwendet. Je nach Material kann die Abdeckung des Bodens die Erwärmbarkeit des Bodens behindern. Des Weiteren sollte eine Abdeckung ungefähr alle 3 Jahre erneuert werden was erhöhten Arbeitsaufwand für den Winzer bedeutet.

Mechanische Offenhaltung des Bodens

mechanische offenhaltung im weinberg

Mit dem Ziel luft- und wasserführende Hohlräume zu schaffen setzten Winzer auf eine mechanische Offenhaltung der Böden im Weinberg. Hierbei wird der Boden umgegraben und Verdichtungen und Verschlammungen im Bodengefüge werden gelockert.

Gefahren bei dieser Methode entstehen bei hohen Niederschlägen. Die Weinberge werden hierbei schwer befahrbar und die Erosionsgefahr steigt.

Die mechanische Offenhaltung ist eine Methode die oft im Sommer angewandt wird, während die Gassen im Winter begrünt werden.

Zusammenfassend ist die Behandlungsart des Bodens sehr stark von der Lage des Weinbergs sowie den Gegebenheiten des jeweiligen Jahres abhängig. Die Wahl der passenden Bearbeitungsart braucht viel Erfahrung und Feingefühl und spielt eine maßgebliche Rolle in der Qualität des Endproduktes.