Was macht der Winzer im Juli?

Auf den Weingütern und in den Weinbergen fällt ganzjährlich Arbeit an. Auch im Juli gibt es weiterhin einiges zu tun, jedoch findet der Winzer hin und wieder ein wenig Zeit eine kleine Sommerpause einzulegen. In der warmen Sommerzeit beginnt man nun, mit Spannung die Ernte zu erwarten.

Schutz gegen Erkrankungen

Im letzten Monat hat der Winzer schon mit Laubarbeiten und der Entlaubung begonnen. Im Juli geht es weiter. Licht und Luft helfen gegen Pilzbefall und Schädlinge. Ein Beispiel ist die Kirschessigfliege, die schattige und nasse Orte bevorzugt. Ein weiterer Horror der Winzer ist der echte und der falsche Mehltau. Wird hier Befall festgestellt, muss direkt reagiert werden und oft werden Schwefel und Kupfer, Kräuterpräparate oder Pflanzenschutzmittel genutzt. Jedoch tut dies kein Winzer grundlos und meist auch nur in so kleiner Menge wie möglich. Des Weiteren haben viele Pflanzenschutzmittel gewisse Wartezeiten, vor deren Ablauf keine Lese stattfinden darf. Daher findet die letzte Spritzung oft ein bis zwei Monate vor dem Herbst statt.

Drei Befälle und deren Gegenmaßnahmen stellen wir nun vor:

Grauschimmel – Botrytis Cinerea

Botarys Rebe

Der Grauschimmel ist in Europa heimisch und erscheint in drei verschiedenen Varianten.

Sauerfäule tritt im früheren Stadium des Rebenwachstums auf, wenn das Oechsle Level noch unter 60⁰OE liegt. Die Reben werden durch Sauerfäule unbrauchbar und müssen vor der Weinherstellung aussortiert werden. Bei der Stielfäule wird das Stielgerüst der Reben befallen. Durch den Befall wird das Gerüst so morsch, dass die Trauben bei geringem Wind abfallen und somit unbrauchbar sind. Grauschimmel in später Stufe des Wachstums wird als Edelfäule bezeichnet und ist gewollt und nützlich für den Winzer. Die Edelfäule perforiert die Traubenschale und erlaubt den Austritt von Wasser aus der Traube. Hierbei werden die Extrakte in der Traube intensiviert.

Die Bekämpfung des ungewollten Grauschimmels passiert in zwei Stufen. In erster Stufe sorgt der Winzer für ausreichend Belüftung im Weinberg durch passende Laubarbeiten und Erziehung der Reben. Im zweiten Schritt kann Grauschimmel bis zu zweimal im Jahr chemisch behandelt werden.

Echter Mehltau

Echter Mehltau zeigt sich durch einen grau/weißen Belag auf den Reben. Schon seit langer Zeit wird zur Bekämpfung Schwefel genutzt. An heißen Sommertagen verliert dieser jedoch schnell seine Wirkung. Die Nutzung organischer Fungizide ist ein weiterer Weg, echten Mehltau zu bekämpfen, jedoch entwickelt der Fungus eine schnelle Resistenz gegenüber organischer Mittel. Mit der Entdeckung von Strobilurine, einem Naturstoff aus Waldpilzen, hat sich die Lage gebessert. Jedoch gibt es weiterhin keine kurativen Maßnahmen und der Winzer muss seine Weinberge stets beobachten, echten Mehltau erkennen und ihn entsprechend bekämpfen.

Unechter Mehltau

Im Gegensatz zum echten Mehltau zeigt sich der unechte Mehltau in runden, gelblichen Aufhellung der Blätter und eines weißen Pilzfeldes, das unter dem Blatt beginnt. Traditionell wird gegen diese Form des Mehltaus eine Kupferbehandlung angewendet. Diese ist aufgrund von Bodenablagerungen jedoch nur zwei Mal im Jahr erlaubt. Es gibt weitere Präparate, die jedoch nur vorbeugend eingesetzt werden können.