Wildcampen
Was ist erlaubt?
Die Vorstellung, mitten in der Natur aufzuwachen – vielleicht auf einer ruhigen Lichtung oder direkt am See unter dem Sternenhimmel – fasziniert viele Outdoor-Fans. Doch so verlockend das klingt, ist das freie Übernachten nicht überall gestattet. Wer sich vorher informiert, bleibt auf jeden Fall auf der sicheren Seite.
Rechtslage in Deutschland
In Deutschland gibt es keine einheitliche Regelung zum Wildcampen. Die Vorschriften unterscheiden sich je nach Bundesland, insbesondere beim Betretungsrecht. Deshalb sollten Sie sich vor jeder Tour informieren, ob Sie sich in einem Gebiet überhaupt aufhalten dürfen. Grundsätzlich erlaubt das Bundesnaturschutzgesetz das Betreten der freien Landschaft zur Erholung – allerdings nur auf Wegen, Straßen und ungenutzten Flächen. Für Wälder gelten zusätzlich eigene Gesetze der Bundesländer.
Wichtig: In Naturschutzgebieten und Nationalparks ist das Übernachten grundsätzlich verboten. Wer sich nicht daran hält, riskiert Bußgelder. In Bayern können diese beispielsweise zwischen 15 und 500 Euro für Zelten liegen.
Auf Privatgrund gilt: Ohne Erlaubnis des Eigentümers dürfen Sie dort nicht übernachten. Wenn Sie jedoch freundlich fragen, stehen die Chancen gar nicht so schlecht, eine Genehmigung zu bekommen.
Für Camper und Wohnmobile gibt es außerdem eine Sonderregel: An Orten, an denen es nicht ausdrücklich verboten ist, dürfen Sie zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit für eine Nacht bleiben. Das ist jedoch nicht „campen“ im klassischen Sinne: Es gilt keine Campingmöbel aufstellen oder sich häuslich auf dem Parkplatz einrichten.
Wildcampen in Europa
In Österreich ist Wildcampen ähnlich streng geregelt wie in Deutschland. Biwakieren kann unter bestimmten Bedingungen erlaubt sein, aber die Details variieren je nach Bundesland.
In Ländern wie Italien, Frankreich und der Schweiz wird das Thema oft etwas lockerer gehandhabt. Dennoch kommt es stark auf Region und Saison an.
Besonders in der Schweiz können Verstöße teuer werden, daher sollten Sie sich immer im Voraus informieren.
In Skandinavien gelten im Vergleich zu vielen anderen europäischen Ländern deutlich großzügigere Regeln. In Schweden und Norwegen ermöglicht das sogenannte „Jedermannsrecht“ (Allemansrätten), sich relativ frei in der Natur zu bewegen und auch zu übernachten – solange man Rücksicht auf Natur, Tiere und Privatgrundstücke nimmt. Das bedeutet: Eine Nacht im Zelt in der freien Natur ist in der Regel erlaubt, solange man nicht in unmittelbarer Nähe von Häusern campt, keinen Schaden anrichtet und die Umgebung sauber hinterlässt.
Worauf man beim Wildcampen achten sollte
Egal ob Zelt, Camper, Hängematte oder Biwaksack: Wer draußen übernachtet, trägt Verantwortung für die Natur. Gerade in Gebieten, in denen Wildcampen nur geduldet wird, kann rücksichtsloses Verhalten schnell zu strengeren Verboten führen.
Ein paar wichtige Grundregeln:
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