Globus zu Besuch bei der Bauck GmbH

Mit Herz und Mühle

„Wir mahlen, mischen und verpacken“, fasst Geschäftsführer Jan-Peter Bauck sein Getreide verarbeitendes Unternehmen im niedersächsischen Rosche zusammen. Doch der Demeter-Betrieb Bauck GmbH hat noch viel mehr zu bieten: Dank ihm können Kuchen, Müslis, Falafeln und Co. schnell zubereitet und glutenfrei genossen werden. Ein mio-Besuch inmitten von Mühlen, Mehlen und mehr.

"Es klappert die Mühle...

… klipp klapp“ – der Text des bekannten Volkslieds scheint bei Bauck im niedersächsischen Rosche maßlos untertrieben. In der Betriebshalle auf dem Firmengelände rattert eine Mühle mit ohrenbetäubendem Lärm, während sie aus zwei großen weißen Säcken Kichererbsen ansaugt, zu feinem Mehl verarbeitet und in zwei 25-Kilo-Beutel rieseln lässt. „Kichererbsen sind immer besonders laut“, ruft uns Geschäftsführer Jan-Peter Bauck zu, als Mitarbeiter Stefan Scharrer mit weißem Kittel und Ohrenschutz eine seitliche Luke öffnet, um die Konsistenz des gelblichen Mehls zu prüfen. Doch nicht nur der Lärm ist bemerkenswert, auch die grüne Maschine hat eine besondere Geschichte zu erzählen. „Wir haben uns 2005 dazu entschieden, mit der glutenfreien Produktion zu beginnen, also brauchten wir eine Mühle, in der ausschließlich glutenfreie Rohstoffe verarbeitet werden“, erzählt der Bauck-Chef. Die Wahl fiel auf eine ausrangierte Militärmühle aus der Schweiz, die in einem Stollen in den Alpen ungenutzt ihr Dasein fristete. „Seitdem läuft sie im Dauereinsatz.“

Pionierarbeit für glutenfreien Genuss

Getreide in der Mühle

Eine Geschichte, die nicht nur schön zu erzählen ist, sondern auch maßgeblich zum Erfolg der Bauckhof-Tochter Bauck GmbH verholfen hat, deren Spezialgebiet die Getreideverarbeitung ist. Denn mit den glutenfreien Mehlen, Backmischungen, Müslis und Porridges hat das biodynamische Unternehmen eine Besonderheit für sich entdeckt. „Jahrelang war Bio und Demeter unsere Nische“, sagt Jan-Peter Bauck. Doch Anfang der 2000er-Jahre entstand eine Konkurrenzsituation durch große konventionelle Mühlen, die den Bio-Markt für sich entdeckten. Ein neues Standbein musste her, um als verhältnismäßig kleiner Mühlenbetrieb überleben zu können. Und das fand der heute 56-Jährige zusammen mit seiner Frau Susan im Urlaub: In einer kleinen Kneipe in Pisa entstand die Idee – festgehalten wurde sie auf einem Bierdeckel. „Auf die glutenfreien Produkte sind wir nicht aus persönlichem Anlass gekommen – niemand von uns hatte eine Unverträglichkeit gegen das Getreideeiweiß. Es war ein Bauchgefühl, das sich als echte Notwendigkeit entpuppte“, berichtet der studierte Betriebswirtschaftler. „Wir haben damals gedacht, es kann ein kleines Standbein nebenbei werden. Und heute sind mehr als die Hälfte unserer Produkte glutenfrei.“

Vor allem die glutenfreien Backmischungen sind zum Steckenpferd für die Bauck GmbH geworden. Dazu verholfen hatte Jutta, die Frau des Bauckhof- Müllers Johann Michel. Und auch Susan Bauck kannte als berufstätige Mutter von drei Kindern die Situation, schnell mal einen Geburtstagskuchen backen zu müssen, und war von der Idee begeistert. Denn bislang hatte sie sich immer mit konventionellen Backmischungen beholfen und sich schon lange gefragt, warum es diese nicht in Demeter-Qualität gibt. „Für viele war es eine Erleichterung, eine Backmischung zu haben, die aus guten Bio-Zutaten besteht, einfach gelingt und selbst als glutenfreie Variante richtig lecker ist“, fasst Jan-Peter Bauck zusammen. „Ein Segen für jeden Geburtstag, an dem ein unter Glutenunverträglichkeit leidendes Kind sonst nur danebensitzen kann, wenn alle Kuchen essen.“

Demeter aus Tradition und Überzeugung, täglich das richtige zu tun

Mehl der Bauck GmbH

Dieser Mut, Neues auszuprobieren und damit Wegbereiter nicht nur eines Trends, sondern einer nachhaltigen Entwicklung zu sein, hat in der Bauck’schen Familiengeschichte Tradition. Bereits 1932 – lange bevor Bio überhaupt bekannt war – stellte Jan-Peter Baucks Großvater Eduard als einer der Ersten in Deutschland den Ur-Bauckhof in Klein Süstedt auf die biodynamische Landwirtschaft um. Und dieses Erbe pflegt der Enkel als einer von vier Bauckhof-Geschäftsführern bis heute. „Die Förderung des Ökolandbaus und insbesondere der Demeter-Landwirtschaft ist eines unserer wichtigsten Ziele als Naturkosthersteller. Denn der biodynamische Anbau ist die nachhaltigste, umweltverträglichste und gesündeste Art der Lebensmittelproduktion“, sagt Jan-Peter Bauck. Durch organischen Dünger und Heilkräuter wird die Bodenfruchtbarkeit gefördert. So entstehen vitale, natürlich ausgereifte Pflanzen – die auch für den Menschen besonders bekömmlich und schmackhaft sind. „Wir wollen innovative Produkte entwickeln, die einen echten Nutzen haben.“

Und dafür betreibt die Marke Bauckhof einen enormen Aufwand. „Die Menschen ernähren sich heutzutage sehr bewusst. Deshalb entwickeln wir Rezepturen, die ohne chemische Hilfsmittel auskommen und Konsumenten mit besonderen Ernährungserfordernissen helfen“, erklärt Vertriebsmanager Holger Hahn. Die Produkte entstehen mit viel Herzblut; mit der Aussage „für glutenfrei ganz gut“ gibt sich keiner im Team zufrieden, richtig gut soll es schmecken. Dafür werden tagtäglich Brote, Kuchen, Pizzateige und Co. zubereitet und im sogenannten Backlabor sensorisch geprüft. Anschließend dürfen die Kollegen testessen. Jedes vom Bauern angelieferte Getreide wird sorgfältig im Labor auf Rückstände getestet sowie das fertig vermahlene Mehl auf seine Backfähigkeit geprüft. Insbesondere bei glutenfreien Produkten muss streng darauf geachtet werden, dass es zu keiner Vermischung mit Rückständen von anderem Getreide kommt. „Unsere heimischen Getreidesorten Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer beziehen wir vorrangig von regionalen Demeter-Landwirten, die wir gut kennen und zu denen wir gute, persönliche Beziehungen pflegen. Bleibende und faire Partnerschaften sind uns wichtig“, sagt Holger Hahn.

Brot Bauck GmbH

Eine Einstellung, die gut zu Globus passt. „Seit dem ersten Kontakt gab es eine gemeinsame Wellenlänge. Und unsere Premium-Bio-Produkte passen sehr gut zum Hause Globus, welches bereits seit 2018 seine Demeter-Mitgliedschaft pflegt“, sagt der Vertriebler. Auch die Entwicklung des Unternehmens spricht für die Erfolgsstrategie. „Anfangs haben wir 600 Tonnen Mehl im Jahr hergestellt, auf 1 000 wollten wir kommen, da fängt es an, Spaß zu machen. Heute vermahlen wir rund 7 000 Tonnen“, erklärt Müllermeister Johann Michel, der seit 20 Jahren für die unternehmenseigene Mühle im Dorfkern von Rosche verantwortlich ist. Und es soll noch mehr werden. Im Sommer dieses Jahres soll der Bau eines riesigen zweiten Mühlengebäudes fertiggestellt sein, in dem die Bauck GmbH Flocken und Mehle in glutenfreier Qualität herstellen will. „Für uns ist das ein großer Schritt in die Zukunft“, sagt Jan-Peter Bauck. „Wir wollen den Megatrend der vegetarischen und veganen Ernährung aufgreifen.“ Das bedeutet dann zwar, dass die alte Militärmühle nicht mehr rattern darf. Aber mit Sicherheit bleibt sie dem Unternehmen als Ausstellungsstück erhalten.

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