Coopers

Aus Liebe zum Apfelwein

Viele trinken ihn aus Steinkrügen namens Bembel, am liebsten pur und essen dazu Handkäs’. Doch Apfelwein gibt es auch mit Cola, alkoholfrei oder in Form von Cider: Mit den Innovationen in ihrer Kelterei haben Martin und Christof Heil dem hessischen Nationalgetränk zu einer Renaissance verholfen.

Ob Apfelwein, Äppler oder Ebbelwoi – um das spritzige Getränk wird manchmal ein Wirbel gemacht, den selbst Traditionskelterer nicht nachvollziehen können. Da wird diskutiert, wie man das Getränk nun richtig schreibt, oder dass man es – wenn überhaupt – nur mit Mineralwasser mischt und es nur stilecht aus einem bestimmten Glas, dem sogenannten Gerippten, getrunken werden darf. Martin Heil, Unternehmensführer der Kelterei Heil im mittelhessischen Laubus-Eschbach, kennt diese Mahnvorträge. Und hält sie für albern und veraltet. „Die Kunden haben sich verändert und damit auch dieses alte Image. Heute wollen die Verbraucher mehr Vielfalt.“ Und diese bietet die Marke Heil. Mehr als 100 verschiedene Produkte, vom klassischen Apfelwein über Fruchtsäfte und Mischgetränke, hat das Familienunternehmen im Portfolio. Und erfindet ständig etwas Neues. „Früher hatte mein Vater einen Ordner, mit der Aufschrift ,neue Produkte‘ und darin war ein Blatt mit Ideen für neue Getränke. Heute läuft die Entwicklung wahnsinnig schnell. Zuletzt haben wir pro Jahr rund zehn neue Produkte auf den Markt gebracht.“

Am Anfang war die Ziege

Christof Heil

Apropos früher und heute: Wenn es um Tradition geht, sind Martin und sein Bruder Christof Heil, der ebenfalls Geschäftsführer ist, wohl wie kaum ein anderes Geschwisterpaar mit dem beliebten Obst und dem Unternehmen aufgewachsen. Von Kind an haben sie alle Geschehnisse in der elterlichen Kelterei täglich miterlebt. „Ich sage immer gern: Mit zehn durfte ich mit dem Gabelstapler fahren, mit zwölf musste ich“, erzählt der Diplom-Betriebswirt und lacht. Schon immer war es die Philosophie der Familie Heil, aus den Umständen und Mitteln, die zur Verfügung stehen, das Beste zu machen. „Als nach dem Zweiten Weltkrieg für die Gaststätte meiner Großeltern kein Apfelwein mehr zu bekommen war, tauschte mein Großvater kurzerhand eine Ziege gegen eine Apfelweinpresse.“ Von da an wurde das „Stöffsche“, wie die Hessen ihr Nationalgetränk auch gern nennen, selbst produziert. Seitdem hat sich viel verändert: Wo das Lokal der Großeltern war, ist nun eine Pizzeria. Die erste Weinpresse wurde durch automatisierte Maschinen abgelöst. Und der Betrieb ist vom Dorfkern an den Ortsrand in eine fünfmal größere Fabrikhalle umgezogen. Trotzdem blieb auch viel beim Alten. In der ehemaligen Kelterei wird noch immer im Herbst das Obst angeliefert und verarbeitet. Nach wie vor braucht es verschiedene Apfelsorten, die zusammengemischt werden, um einen guten Apfelwein mit schöner Säure zu produzieren. Und sowohl Martin als auch Christof Heil haben noch lange nicht genug vom Apfel und seinen leckeren Erzeugnissen.

Cider als spritzige Alternative zum Apfelwein

Gebrüder Heil

Das merkt man, wenn die Brüder im Betriebsbüro mit Blick auf die umliegenden Streuobstwiesen gemeinsam ihre Getränke verkosten. Insbesondere die neuen Varianten ihres Cooper’s Apfel-Cider gehören derzeit zu den Verkaufsschlagern, die auch die Geschäftsführer besonders gern trinken. „Vor allem die alkoholfreie Variante ist eine tolle Alternative“, schwärmt Christof Heil, während er den Inhalt der modern gestalteten Flasche ins Glas umfüllt. „Nicht nur zum klassischen

Apfelwein oder Cider mit einem Alkoholgehalt von meist rund sechs beziehungsweise vier Prozent. Sondern auch zur Apfelsaftschorle. Unser Cooper’s Cider alkoholfrei wird nämlich auch aus vielen Äpfeln hergestellt und enthält im Vergleich zur Saftschorle nur die Hälfte an Kalorien.“ Mit ihrem Cider haben die Brüder quasi eine doppelte Pionierrolle eingenommen. „Wir waren die Ersten, die Cider auf den deutschen Markt gebracht haben“, berichtet Martin Heil, der sich in dem Familienbetrieb um Organisation, Marketing und Werbung kümmert, während sein Bruder als Fruchtsaftmeister und Getränketechnologe für die technischen, geschmacklichen und qualitativen Aspekte der Produkte zuständig ist.

Seit ein paar Jahren boome die Cider-Nachfrage hierzulande, erzählen die Brüder. Denn der Geschmack der Verbraucher habe sich verändert: Weg vom herben, hin zum spritzigen, milderen Aroma. Daher seien der süßlich schmeckende Cider mit leichter Kohlensäure genau wie Mischgetränke mit Limo, Cola und Saft im Apfelwein auch so beliebt – vor allem bei der jüngeren Klientel. Und die Heil-Brüder können bei veralteten Ansichten, dass der sogenannte „Süßgespritzte“ die Apfelweinkultur verwässere, nur selbstsicher abwinken. „Früher wurden wir dafür belächelt“, sagt Martin Heil.

„Diese Mixgetränke haben aber eindeutig zur Renaissance des Apfelweins beigetragen. Wenn junge Leute durch Apfelwein-Cola zu unserem Nationalgetränk kommen, ist das doch eine schöne Sache!“ Ähnlich lief es mit der alkoholfreien Version des „Ebbelwois“, mit dem Heil als erste Kelterei in Hessen bereits 2008 begann. Denn anders als beim bereits salonfähigen alkoholfreien Bier rümpften auch hier viele Hessen damals die Nase. „Heute geben sie aber zu, dass sie unrecht hatten. Unsere alkoholfreien Getränke gehören mittlerweile sogar zu den absatzstärksten.“

Tradition und Innovation gehen Hand in Hand

Red Coopers Cider

Dass die Grenzen zwischen Tradition und Moderne fließend verlaufen, habe das Familienunternehmen auch mit Globus zusammengebracht. „Globus ist offen für Neues und bietet eine Plattform für Innovationen, aber legt auch Wert auf Altbewährtes. Das gefällt uns so gut an der Zusammenarbeit“, sagt Martin Heil. Das sieht man auch bei einem Besuch durch die Produktion der Kelterei. Zwar sind die Weinfässer heute aus Edelstahl und fassen sagenhafte 100 000 Liter. Aber in ihnen gärt der Apfelwein nach wie vor auf traditionelle und besonders schonende Weise für rund fünf Wochen. Auch wird Jürgen Derwort, der regelmäßig Proben des „Stöffsches“ nimmt, noch immer als Kellermeister bezeichnet – obwohl die Tanks dank ihres Materials nicht mehr in dunklen Kellern stehen müssen. Für die bewährte Qualität seiner Produkte überlässt das 32 Mann starke Team außerdem nichts dem Zufall. „In unserem Labor werden alle Parameter wie der Gärgrad, der Alkoholgehalt und die Säure überprüft“, erklärt Martin Heil. Dort entstehen auch die neuen Ideen. Es wird beratschlagt, verkostet und auch mal ein Versuch verworfen. „Apfelwein ist eine tolle Alternative zum Bier geworden“, sind die Brüder überzeugt. Und diesen Erfolg haben sie wohl ihrer Offenheit und der Vielseitigkeit zu verdanken. Wie schon der Dichter Heinz Geis aus Frankfurt am Main einst lobte: „Ob Apfelwein, ob Äppler oder Schobbe, es ist und bleibt en gude Drobbe.“

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