Globus vor Ort bei Planet Pure: Pflanzenkraft, die Reinheit schafft

„Wir brauchen eine Waschmittel-Revolution“, ist der Hersteller Planet Pure überzeugt. Das Unternehmen bietet bio-zertifizierte Wasch- und Reinigungsmittel an, die auch sensible Haut schonen sollen. mio war zu Besuch in dem für Nachhaltigkeit und Inklusion ausgezeichneten Unternehmen.

Säcke mit Waschnüssen

Im Produktionskessel dampft es bereits. Das Wasser hat die richtige Temperatur von 90 Grad erreicht. „Du kannst die Nüsse jetzt runterlassen“, ruft Planet-Pure-Geschäftsführer Alain Bauwens dem jungen Mitarbeiter auf der Leiter zu. Der lässt an einer Kette drei große braune Leinensäcke hinab in den Edelstahltank. Der Inhalt: Waschnüsse, die vom sogenannten Seifenbaum von den Höhen des Himalajas geerntet wurden. „Sie sind der Basis-Rohstoff all unserer Wasch-, Spül- und Reinigungsmittel“, erklärt Bauwens. „In der Schale sind waschaktive Substanzen, sogenannte Saponine, enthalten. Die Nüsse werden etwa zwölf Stunden in dem heißen Wasser ausgewaschen, um die Waschsubstanz schonend zu extrahieren, bevor wir sie in unseren Produkten weiterverarbeiten.“

Der Geschäftsführer führt uns zu einem Lagerraum in der 1 500 Quadratmeter großen Produktionshalle im österreichischen Hörbranz am Bodensee. Dort stapeln sich massenweise braune Kartons in die Höhe. „Das sind rund 20 Tonnen Waschnüsse, die gestern hier angekommen sind. Im Jahr verarbeiten wir rund 120 Tonnen, die möglichst umweltschonend per Schiff und Bahn zu uns kommen.“ Eine umweltfreundliche Produktion ist das A und O des 20-Mitarbeiter-Unternehmens Planet Pure. Silvio Perpmer gründete die Marke 1999 mit einem Ziel: Produkte zu schaffen, die im Einklang mit Mensch und Natur stehen. Und zwar ohne Wenn und Aber, wie Bauwens erklärt, der die Geschäftsführung seit Mai 2019 übernommen hat: „Unser Verständnis von ,biologisch‘ geht noch einen Schritt weiter als die rechtlichen Vorgaben: Denn laut Gesetz ist vorgeschrieben, dass die Bestandteile nur zu 60 Prozent innerhalb von 30 Tagen abgebaut sein müssen.“ Planet Pure mache den Unterschied, indem alle Reinigungsmittel über den Öko-Standard hinausgehen. 2011 brachte das Unternehmen das weltweit erste bio-zertifizierte Waschmittel auf den Markt. „Unsere Produkte enthalten bis zu 95 Prozent Rohstoffe aus biologischem Anbau und pflanzliche Inhaltsstoffe und sind innerhalb von 30 Tagen zu 100 Prozent abbaubar“, macht Bauwens klar. „So landen keine Giftstoffe im Grundwasser, in der Umwelt und in unserer Nahrung.“

Bio-Garantie geht über Standards hinaus

Planet Pure

Tatsächlich entsprechen die Rohstoffe, die in den Waschmitteln, Spülmitteln und Co. verarbeitet werden, den Ansprüchen, die auch im Bereich Nahrungsmittel und Kosmetik gefordert sind. Ob Parfümöle aus Lavendel, Eukalyptus oder Orange – die Pflanzen werden kontrolliert biologisch und ohne Pestizide angebaut. In verschieden großen Mischtanks werden die Bestandteile zusammengefügt und verrührt, bevor sie in die Flaschen gefüllt werden. „Je nachdem, wie reif die Waschnüsse sind, verändert sich die Farbe der Waschmittelbasis von einem helleren zu einem dunkleren Braun“, erklärt Bauwens, während wir einen Blick in den großen Mischtank werfen dürfen. Zu der milchkaffeefarbenen Masse, die in dem großen Kessel verrührt wird, kommen später noch Guarkernmehl zum Andicken, Rapstenside zum Lösen des Schmutzes sowie Duft- und Konservierungsstoffe hinzu. Verkaufsschlager unter den Waschmitteln ist die Sorte Lavendel. Den Duft liebten die Kunden, sagt der Geschäftsführer. Es gibt aber auch eine parfümfreie Variante für Allergiker. „Dass unsere Reinigungsprodukte bio sind, erkennt man auch daran, dass man sie vor der Verwendung kurz schütteln muss, damit sich die Bestandteile in der Flasche vermischen – eben wie bei einem Bio-Saft auch.“ Planet Pure hat mittlerweile auch ein Gel-Waschmittel im rund 30 Produkte umfassenden Sortiment, das (eventuell) bald in ausgewählten Globus-Märkten auch über Abfüllstationen gezapft werden kann, um Verpackungsmüll einzusparen.

Gelebte Inklusion

Mitarbeiter bei Planet Pure

Zur umweltschonenden Komponente kommt außerdem der soziale Anspruch des Waschmittelherstellers. „Wir tragen nicht umsonst ein Herz in unserem Logo“, sagt Bauwens. Planet Pure beschäftigt bis zu zehn Mitarbeiter mit Behinderung in der festen Produktion und unterstützt damit die Initiative „Menschen brauchen Menschen“ des Vereins Lebenshilfe. In der Produktionshalle sitzen zwei Mitarbeiter vor einem Berg Waschnuss-Schalen und füllen sie grammgenau ab, während gegenüber an einem Tisch die Waschmittelflaschen mit Etiketten beklebt werden. „Wo es möglich ist, verzichten wir auf maschinelle Fertigung, um Arbeitsplätze zu schaffen“, erklärt der Geschäftsführer. „Im Verhältnis zu unserem Gesamtumsatz beschäftigen wir sehr viele Mitarbeiter. Aber der soziale Aspekt war dem Gründer Silvio Perpmer von Beginn an ein Herzensanliegen.“ Auch Flüchtlinge gehören zum ohnehin multikulturellen Mitarbeiterstamm, erzählt der gebürtige Belgier Bauwens. „Wir sind wie eine große Familie und es macht wirklich Freude, zu sehen, mit wie viel Spaß die Menschen bei der Arbeit dabei sind.“

Mitarbeiter bei Planet Pure

Dass die Mitarbeiter in dem österreichischen Unternehmen mit großem Engagement bei der Sache sind, zeigt sich auch an der stetigen Motivation, sich zu verbessern. „Jeder Kollege kann jederzeit seine Ideen einbringen. Wir testen die neu entwickelten Produkte selbst aus oder fragen die Kunden in unserer Verkaufsstelle nach ihrer Meinung.“ Nachhaltigkeit wird auf sämtlichen Ebenen gelebt: Die Verpackungen aus Bio-Plastik werden aus Zuckerrohr gewonnen, der Strom für die Produktion entsteht aus Wasserkraft und der Müll, der bei der Herstellung anfällt, wird zu Biogas weiterverarbeitet. Dieser Anspruch hat den Hersteller auch mit Globus zusammengebracht. „Uns verbindet die Motivation, ein Zeichen in Richtung Verbraucher zu setzen. Nachhaltigkeit wird immer wichtiger und die Kunden suchen sich nach diesen Maßstäben ganz bewusst ihre Produkte aus.“ Für die Wettbewerbsfähigkeit ist es laut Bauwens jedoch nicht ausschließlich der Umsatz oder die Größe eines Unternehmens, die zählt: „Nur wenn man die eigene Philosophie wirklich lebt, ist man imstande, etwas zu bewegen.“